Schornstein am ehem. Heizhaus der Hauptfeldwebel-Lagenstein-Kaserne in Hannover gesprengt

Der ca. 54 m hohe Schornstein am ehem. Heizhaus der Hauptfeldwebel-Lagenstein-Kaserne in Hannover war aufgrund der Umstellung der Wärmeversorgung der Kaserne auf Fernwärme seit ca. 15 Jahren außer Betrieb. Da der Erhalt des Schornsteins mit laufenden Kosten für Sicherheitsüberprüfungen sowie Wartungsarbeiten verbunden ist, wurde seitens der Bundeswehr entschieden, den Schornstein zurückzubauen.

Die Mull und Partner Ingenieurgesellschaft mbH führte im Jahr 2018 eine Gebäudeschadstoffuntersuchung am Schornstein sowie den Rauchgaskanälen durch. Auf dieser Grundlage erfolgte im Jahr 2019 die Ausschreibung der Rückbauarbeiten, in deren Rahmen Mull und Partner die Vergabevorbereitung sowie die Begleitung der Vergabe durchführte.

Als kostengünstigste Rückbauvariante erwies sich die Sprengung des Schornsteins. Nachdem alle dafür erforderlichen behördlichen Genehmigungen durch die ausführende Firma beschafft worden waren, konnte die Sprengung im April 2020 beauftragt werden.

Die Sprengung wurde am 06.06.2020 durchgeführt. Hierzu wurde in einem ersten Schritt eine Vorschwächung der Bauwerks in Form eines keilförmigen Einschnitts am Schornsteinfuß angelegt. Anschließend geschah die Beaufschlagung des erhalten gebliebenen Keilschenkels mit in Bohrlöchern positioniertem Sprengstoff. Durch die Sprengwirkung wurde der Keilschenkel zerstört, der als stützendes Element gedient hatte, so dass der Schornstein in der durch den Keilschnitt vorgegebenen Richtung in voller Länge auf ein hierfür aufgeschüttetes Fallbett aus Recyclingbauschutt stürzte.

Im Nachgang zur Sprengung finden Arbeiten zur Materialseparation und -entsorgung statt. Hierbei sind belastete Materialien (rußbeaufschlagte Keramikausmauerung, Mineralwolledämmung) vom unbelasteten Stahlbeton zu trennen und separaten Entsorgungswegen zuzuführen. Anschließend werden die unterirdischen Rauchgaskanäle von Schutt und Aschenablagerungen gereinigt und demontiert sowie die Baugrube mit Bodenmaterial verfüllt. Diese Arbeiten werden fachgutachterlich durch Mull und Partner begleitet und dokumentiert.